“Hartz-IV-Empfänger findet 16.000 Euro”


konnte man heute in der Thüringer Allgemeine lesen. Thomas L. aus Ermstedt fand am frühen Montag Abend ein Päckchen mit 16.000 Euro und Goldschmuck. Er rief die Polizei und übergab die Fundsachen. Kurz gezögert soll er haben, ob er die Sachen wirklich als Fund abgibt. Übelnehmen kann man ihm diese Überlegung nicht, denn Thomas L. und seine Frau bekommen beide Hartz-IV. Am Ende war sein Gewissen aber stärker als die Möglichkeit sich mit dem Geld auch mal etwas leisten zu können. “Reichtum ist halt nicht das Wichtigste!” sagte er im Interview mit der TA. Diese Aussage (von jemanden der von Hartz-IV leben muss) sollten sich einmal jene durch den Kopf gehen lassen, deren Managergehälter im Siebenstelligen Bereich liegen und die damit immernoch nicht zufrieden sind und um ein paar Prozent Einkommenssteuer beim Spitzensteuersatz feilschen, die Einführung einer Vermögenssteuer ablehnen oder ihr Geld gleich an der Steuer vorbei ins Ausland transferieren.

Dietrich Hagemann (Dezernent für Bürgerservice) erklärte inzwischen, dass der Finder aber nicht leer ausgehen wird. 490 € Finderlohn allein vom Bargeld würden Thomas L. zustehn. Leider scheint der gute Herr Hagemann die Gesetzeslage nicht zu kennen. Über den Finderlohn wird sich Herr L. nicht lange freuen können, denn dieser wir ihm vom Hartz-IV wieder abgezogen werden. Wir fordern die ARGE hiermit auf, Thomas L. den Lohn für seine Ehrlichkeit nicht abzurechnen und ihm und seiner Frau damit eine kleine Freude zu gönnen. Sollte dies nicht geschehen bewahrheitet sich mal wieder, dass in dieser Republik “Immer der Ehrliche am Ende der Dumme ist.” Und genau diese Tragik gilt es mit verantwortungsvoller und bürgernaher Politik zu bekämpfen. Wir wünschen Thomas L. jedenfalls viel Glück!

www.pro-erfurt.org

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